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Neuer BitMEX-Vorschlag stellt BIP-361 mit reaktivem „Frühwarnsystem“ in Frage
BitMEX Research setzt sich für ein reaktives Frühwarnsystem ein, das nur dann eine Netzwerksperre auslöst, wenn eine Prämienadresse erfolgreich von einem Quantencomputer geleert wird. Der Vorschlag bietet eine weniger restriktive Alternative zu BIP-361, das derzeit eine verpflichtende Frist von fünf Jahren vorsieht, innerhalb derer Benutzer ihre Gelder auf quantensichere Adressen migrieren müssen.
2026-04-16 Quelle:crypto.news

BitMEX Research hat einen bedingten „Kanarienvogel-Fonds“ vorgeschlagen, der einen netzwerkweiten Einfrieren älterer Bitcoin-Wallets nur dann auslösen würde, wenn nachgewiesen wird, dass ein Quantencomputer erfolgreich Gelder gestohlen hat.

Zusammenfassung
  • BitMEX Research tritt für ein reaktives Frühwarnsystem ein, das einen Netzwerk-Freeze nur auslösen würde, wenn eine Belohnungsadresse erfolgreich von einem Quantencomputer geleert wird.
  • Der Vorschlag bietet eine weniger restriktive Alternative zu BIP-361, der derzeit eine verbindliche Fünf-Jahres-Frist für Benutzer durchsetzen will, um ihre Gelder auf quantenresistente Adressen zu migrieren.

BitMEX Research veröffentlichte die alternative Strategie am Donnerstag und argumentierte, dass drastische Protokolländerungen warten sollten, bis sich eine greifbare Bedrohung materialisiert. Die Idee konzentriert sich auf einen „Canary-Watch-Zustand“, der eine spezialisierte Belohnungsadresse als Frühwarnsystem nutzt. 

Indem Bitcoin in eine Adresse gelegt wird, deren privater Schlüssel mathematisch unbekannt ist, die Adresse aber gültig bleibt, würde die Gemeinschaft jeden quantenfähigen Akteur effektiv herausfordern, den Preis zu beanspruchen. 

Sollten diese Gelder jemals bewegt werden, würde dies als öffentlicher Beweis dienen, dass Quantenentschlüsselung keine Theorie mehr ist, und automatisch einen Soft Fork aktivieren, um den Rest des Netzwerks zu schützen.

Ein reaktiver Schutz für Legacy-Coins

Der Vorschlag versucht, die sofortigen Einschränkungen zu vermeiden, die in anderen jüngsten Entwicklungsplänen vorgeschlagen wurden. Im Rahmen des BitMEX-Konzepts könnten Benutzer mit älteren Wallets weiterhin normal Transaktionen durchführen, solange der Kanarienvogel-Fonds unberührt bleibt. 

Dieser Ansatz führt ein „Sicherheitsfenster“ ein, in dem Transaktionen von anfälligen Adressen vorübergehenden Sperren unterliegen würden, was einen Puffer schafft, der verdeckte Angriffe erschwert. 

Befürworter dieser Methode merken an, dass die Beitragenden zum Belohnungsfonds die Kontrolle über ihre Vermögenswerte behalten würden und ihre BTC jederzeit über Multisignatur-Protokolle abheben könnten.

BitMEX-Forscher stellten fest, dass ihr System zwar technische Schichten zum Netzwerk hinzufügt, die kontroverse Natur des Einfrierens von Vermögenswerten jedoch eine besonnenere Reaktion erforderlich macht. 

„Die Minderung der Auswirkungen des Einfrierens durch die Nutzung eines solchen Systems könnte eine Überlegung wert sein“, heißt es in dem Vorschlag, der den Entwurf als Möglichkeit darstellt, den Alarm nur dann auszulösen, wenn ein Verstoß bestätigt wird.

Der Konflikt mit den BIP-361-Fristen

Die BitMEX-Alternative kommt als direkte Antwort auf BIP-361, einen Entwurf mit dem Titel „Post-Quantum-Migration und Auslauf von Legacy-Signaturen“ 

Der in dieser Woche vorgestellte Vorschlag skizziert eine strengere dreistufige Einführung, die letztendlich Legacy-Signaturschemata vollständig entwerten würde. BIP-361 würde innerhalb von drei Jahren neue Einzahlungen auf ältere Adressen blockieren, gefolgt von einem vollständigen Einfrieren aller nicht migrierten Gelder nach fünf Jahren.

Einige Kritiker haben den BIP-361-Ansatz als autoritär bezeichnet und darauf hingewiesen, dass kein früheres Bitcoin-Upgrade versucht hat, den Zugang zu Coins zu entziehen, die von ihren Besitzern unberührt geblieben sind.

Jameson Lopp, ein Mitautor von BIP-361, hat das Unbehagen der Community bezüglich der verbindlichen Fristen anerkannt. 

„Ich weiß, dass es den Leuten nicht gefällt. Mir gefällt es selbst nicht. Ich habe es geschrieben, weil mir die Alternative noch weniger gefällt“, schrieb Lopp. 

Die Quanten-Zeitachse navigieren

Die Debatte wird durch Daten angeheizt, die darauf hindeuten, dass etwa 34 % des Bitcoin-Angebots in Adressen gespeichert sind, die bereits einen öffentlichen Schlüssel On-Chain offengelegt haben. Diese Gelder, einschließlich derer, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden, sind theoretisch anfällig für ein „Q-Day“-Ereignis, bei dem ein Quantenprozessor private Schlüssel aus öffentlichen Daten ableiten könnte.

Obwohl der genaue Zeitpunkt eines solchen Durchbruchs unbekannt ist, wird das Risiko zu einer praktischen Priorität für die Tech-Industrie. 

Google hat kürzlich Forschungsergebnisse geteilt, die eine 20-fache Reduzierung der benötigten Ressourcen zur Brechung moderner Verschlüsselung nahelegen und damit einen eigenen Migrationszeitplan für 2029 festlegt. 

Der BitMEX-Vorschlag versucht, die Lücke zwischen diesem bevorstehenden technologischen Wandel und Bitcoins Engagement für Eigentumsrechte zu schließen, indem er eine Möglichkeit bietet, die Verteidigung des Netzwerks zu verbessern, ohne Inhaber vorzeitig auszuschließen.