
Ein US-Berufungsgericht gab Kalshi Recht und entschied, dass CFTC-regulierte Event-Kontrakte unter Bundesrecht und nicht unter die Glücksspielregeln von New Jersey fallen, was die Aufsicht über Prognosemärkte neu gestaltet.
Ein Bundesberufungsgericht hat entschieden, dass New Jersey Kalshi nicht daran hindern kann, sportbezogene Event-Kontrakte im Staat anzubieten, und erklärt, dass der Commodity Exchange Act und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die ausschließliche Autorität über diese Märkte besitzen. In einer 2:1-Entscheidung stellte das 3. US-Berufungsgericht in Philadelphia fest, dass der Handel auf Kalshis designiertem Vertragsmarkt dem Bundesderivaterecht unterliegt und nicht staatlichen Glücksspielgesetzen, wodurch New Jersey-Regulierungsbehörden effektiv daran gehindert werden, ihre Unterlassungsanordnung durchzusetzen. Das Urteil festigt einen bedeutenden rechtlichen Sieg für Kalshi, das seit Jahren argumentiert, dass seine Kontrakte Swaps und Absicherungsinstrumente und keine traditionellen Sportwetten sind.
Der Fall geht auf eine Reihe von Unterlassungsschreiben zurück, die New Jersey im Jahr 2025 versandt hatte und in denen Kalshis Sportmärkte vorgeworfen wurden, gegen den Sports Wagering Act und die Verfassung des Staates zu verstoßen, und Bußgelder von bis zu 100.000 US-Dollar pro Verstoß androhten. Kalshi klagte vor einem Bundesgericht und behauptete, dass seine Event-Kontrakte als CFTC-regulierter designierter Vertragsmarkt eindeutig in die Zuständigkeit des Bundes fallen und „eine Art 'Swap' sind, der durch den Commodity Exchange Act reguliert wird“. Ein Bundesrichter in New Jersey hatte Kalshi bereits 2025 eine einstweilige Verfügung erteilt und geschrieben, er sei „überzeugt, dass Kalshis sportbezogene Event-Kontrakte in die ausschließliche Zuständigkeit der CFTC fallen“, eine Ansicht, die das 3. Circuit nun weitgehend bestätigt hat.
Die Meinung des Berufungsgerichts stimmt mit Kalshis breiterer Strategie überein, da es sich in mehreren Staaten, darunter Nevada, Maryland und Tennessee, gegen Regulierungsbehörden wehrt, ob seine Märkte illegales Glücksspiel oder bundesrechtlich geschützte Derivate sind. In Tennessee beispielsweise erließ US-Bezirksrichterin Aleta Trauger kürzlich eine einstweilige Anordnung, die die Durchsetzung der Unterlassungsanordnung dieses Staates stoppte, da sie feststellte, dass Kalshi wahrscheinlich mit seinem Argument Erfolg haben wird, dass Bundesrecht staatliche Glücksspielstatuten außer Kraft setzt. Im weiteren Sinne haben die CFTC und das US-Justizministerium den Kampf eskaliert, indem sie Arizona, Connecticut und Illinois verklagt haben, wegen dem, was CFTC-Vorsitzender Mike Selig als „aggressive und übereifrige Versuche, die Kompetenzen der CFTC zu überschreiten“, bei ihren Bemühungen zur Überwachung von Prognosemärkten bezeichnete.
Als Reaktion auf die Entscheidung in New Jersey nannte Kalshi-Mitbegründer und CEO Tarek Mansour das Berufungsurteil einen „bedeutenden Sieg“ und argumentierte, dass regulierte Prognosemärkte „größere Transparenz und Fairness“ böten als undurchsichtige traditionelle Wettkanäle. In früheren Kommentaren hatte Mansour erklärt, dass Prognosemärkte herkömmliche Finanzinstrumente übertreffen können, indem sie „saubere, durch die Masse getriebene Wahrscheinlichkeiten anstelle von verrauschten Schlagzeilen“ liefern, und Plattformen wie Kalshi eher als Informationsinfrastruktur denn als Casinos bezeichnet. Die Entscheidung fällt auch, während Konkurrenten wie Polymarket ihre eigenen CFTC-Zulassungen erhalten, wobei die Behörde Polymarket „effektiv in den Kreis“ der vollständig regulierten US-Börsen aufnimmt und es an die vollständige Überwachung und Selbstregulierung im Stil eines designierten Vertragsmarktes bindet.
Trotz des Sieges im 3. Circuit ist Kalshis regulatorisches Risiko noch lange nicht vorbei. Ein Richter in Nevada hat kürzlich ein Verbot verlängert, das dem Unternehmen untersagt, ereignisbasierte Verträge in diesem Staat anzubieten, was die fragmentierte Rechtslandschaft für Prognoseplattformen unterstreicht. Auf Bundesebene hat eine parteiübergreifende Gruppe von US-Senatoren einen Gesetzesentwurf vorgelegt, um Sportwetten- und Casino-ähnliche Kontrakte auf CFTC-regulierten Prognosemärkten gänzlich zu verbieten, was die Aussicht aufwirft, dass der Kongress und nicht nur die Gerichte entscheiden werden, wie weit Unternehmen wie Kalshi in den Sport vordringen können.