
Nach Angaben französischer Behörden gab es seit Jahresbeginn rund 40 Krypto-bezogene Entführungen und Geiselnahmen.
Kriminelle Syndikate zielen zunehmend auf Investoren in digitale Assets, institutionelle Führungskräfte und deren Familien, um durch kalkulierte Machenschaften unwiderrufliche Krypto-Lösegelder zu erpressen.
Kryptowährungsbezogene Entführungen galten vor 2024 als "marginal" und waren kaum bekannt. Das Bedrohungsbild hat sich jedoch in den letzten zwei Jahren drastisch verändert.
Laut Annabelle Vandendriessche, Leiterin des Dienstes für Information, Aufklärung und strategische Analyse zur organisierten Kriminalität (Sirasco) des französischen Innenministeriums, gewann dieser Trend 2025 erheblich an Dynamik.
Die Gewalt dieser Verbrechen sorgte im Januar 2025 international für Schlagzeilen. Damals nahmen Entführer David Balland ins Visier, einen französischen Krypto-Chef und Mitbegründer des Hardware-Wallet-Unternehmens Ledge. Sie trennten Ballands Finger ab, um ein hohes Krypto-Lösegeld zu erpressen. Balland wurde am folgenden Tag befreit, und seine Freundin wurde später gefesselt im Kofferraum eines Autos entdeckt.
Die Häufigkeit dieser spezialisierten Entführungen hat sich seitdem beschleunigt.
Die Täter werden hoch organisiert, wobei das Modus Operandi von Fall zu Fall erheblich variiert. Ein roter Faden sind jedoch dezentrale Verbrecherringe. Die Drahtzieher dieser Entführungen operieren oft vollständig aus dem Ausland und setzen „Vor-Ort“-Handlanger für ihre schmutzige Arbeit ein.
Kürzlich verübte eine fünfköpfige Bande eine Entführung in der südfranzösischen Stadt Anglet. Sie waren aktiv auf der Jagd nach einem bestimmten Krypto-Investor, verwechselten aber offenbar ihr Ziel. Die Polizei fing die Verdächtigen später am Bahnhof Montparnasse in Paris ab und verhaftete sie.