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EZB sagt, tokenisierte Märkte benötigen Zentralbankgeld
Die EZB sagt, dass tokenisierte Einlagen und Stablecoins zentrales Bankgeld benötigen, um in Europa zu skalieren. Pontes wird DLT-Plattformen mit TARGET-Diensten für die Abwicklung in Zentralbankgeld verbinden. Cipollone sagte, dass Europa noch klarere Tokenisierungsgesetze und stärkere öffentlich-private Koordinationsbemühungen benötigt.
2026-03-24 Quelle:crypto.news

Die Europäische Zentralbank hat ihren Vorstoß für tokenisiertes Zentralbankgeld erneuert, während Europa daran arbeitet, einen größeren tokenisierten Finanzmarkt aufzubauen. EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone sagte, dass tokenisierte Einlagen und Stablecoins eine öffentliche Abwicklungsbasis in Zentralbankgeld benötigen werden, wenn der Markt in der gesamten Region wachsen soll.

Zusammenfassung
  • EZB: Tokenisierte Einlagen und Stablecoins benötigen Zentralbankgeld, um in Europa zu skalieren.
  • Pontes wird DLT-Plattformen mit TARGET Services für die Abwicklung in Zentralbankgeld verbinden.
  • Cipollone betonte, Europa brauche noch klarere Tokenisierungsgesetze und stärkere öffentlich-private Koordinierungsbemühungen.

Cipollone legte dies in einer Rede am 23. März in Brüssel dar. Er sagte, dass tokenisiertes Zentralbankgeld als Abwicklungsanker für tokenisierte Wertpapiere, Einlagen und Stablecoins benötigt werde. Er warnte, dass Marktteilnehmer ohne dieses Geld Zahlungen in Vermögenswerten erhalten könnten, die sie aufgrund von Preisschwankungen oder Kreditrisiken nicht halten möchten. Er sagte: 

„Ohne tokenisiertes Zentralbankgeld könnte ein Verkäufer eines tokenisierten Wertpapiers eine Zahlung in einem Vermögenswert erhalten, den er nicht gerne hält – einem, der Preisschwankungen oder Kreditrisiken ausgesetzt ist –, was die Skalierbarkeit des Marktes einschränkt.“ 

Seine Äußerungen stellen das öffentliche Geld in den Mittelpunkt des Tokenisierungsplans der EZB. Die EZB hat diesen Plan mit Pontes, dem Distributed-Ledger-Abwicklungsprojekt des Eurosystems, entwickelt. Pontes soll DLT-basierte Marktplattformen mit den TARGET Services des Eurosystems verbinden, damit Transaktionen in Zentralbankgeld abgewickelt werden können.

Pontes-Start für drittes Quartal 2026 angesetzt

Die EZB teilte mit, dass Pontes im dritten Quartal 2026 erstmals eingeführt werden soll. Diese erste Phase soll den unmittelbaren Marktbedarf decken und den Teilnehmern ermöglichen, DLT-basierte Transaktionen in Zentralbankgeld abzuwickeln.

Pontes ist Teil eines breiteren zweigleisigen Plans. Der kurzfristigere Strang konzentriert sich auf praktische Abwicklungsinstrumente, während der längerfristige Strang Appia ist, das bis 2028 ein breiteres europäisches tokenisiertes Finanzsystem mitgestalten soll.

Die EZB sagte, Appia werde unter Einbeziehung des Marktes entwickelt. Es soll aufzeigen, wie sich das tokenisierte Finanzwesen in Europa entwickeln kann, während Zentralbankgeld als Basisschicht für Vertrauen und Abwicklung erhalten bleibt.

Cipollone fordert Rechtssicherheit im gesamten Block

Cipollone sagte auch, dass die Abwicklung allein nicht ausreichen werde. Er forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen sowie Rechtsvorschriften, die auf tokenisierte Finanzen in der gesamten Europäischen Union zugeschnitten sind.

Ein Teil von Appia konzentriert sich auf Interoperabilität. Ziel ist es, tokenisierte Vermögenswerte über verschiedene DLT-Plattformen hinweg durch gemeinsame Datenformate und kompatible Smart-Contract-Standards übertragbar zu machen.

Er nannte den Plan der Europäischen Kommission, das DLT-Pilotregime zu erweitern und zu verbessern, „wichtig und begrüßenswert“. Gleichzeitig warnte er, dass Europa möglicherweise noch einen speziellen Rechtsrahmen benötige, damit tokenisierte Vermögenswerte im gesamten Block reibungsloser ausgegeben, gehalten und übertragen werden können.

Darüber hinaus hat die Debatte auch Kommentare von Unternehmen des Privatsektors hervorgerufen. Circle erklärte in einem am 20. März eingereichten Feedback, dass die Kommission das DLT-Pilotregime erweitern und autorisierten Krypto-Asset-Dienstleistern erlauben sollte, E-Geld-Token-Konto-Dienste anzubieten.

Dieses Feedback kam nur wenige Tage vor Cipollones Rede. Zusammen zeigen die Kommentare, dass sowohl öffentliche Institutionen als auch private Unternehmen auf klarere Regeln drängen, während Europa versucht, skalierbare tokenisierte Märkte aufzubauen.