
Die brasilianische Zentralbank hat Kryptowährungen von der Abwicklung innerhalb regulierter eFX-Zahlungsschienen ausgeschlossen und zwingt Banken und Fintechs damit zurück zu reinen Fiat-Kanälen für grenzüberschreitende Transaktionen.
Die brasilianische Zentralbank hat eine Devisenregel eingeführt, die regulierten grenzüberschreitenden Zahlungskanälen untersagt, Krypto-Assets zur Abwicklung internationaler Überweisungen zu nutzen, wodurch der Rahmen der formellen Überweisungsinfrastruktur des Landes enger gezogen wird.
Gemäß einer Zusammenfassung der Resolution BCB Nr. 521, veröffentlicht von crypto.news, verbietet die Maßnahme „virtuelle Vermögenswerte“ von der Abwicklung innerhalb des elektronischen Devisenkanals (eFX), den Banken, Zahlungsinstituten und lizenzierten Überweisungsdienstleistern für internationale Zahlungen nutzen.
Eine separate Analyse der Analyseplattform Crystal bemerkt, dass Brasilien bereits Stablecoin-Transaktionen und andere mit Fiat verbundene virtuelle Vermögenswert-Börsen als Devisengeschäfte eingestuft hatte; die neue Regel geht noch weiter, indem sie besagt, dass diese Vermögenswerte überhaupt nicht zur Abwicklung von Zahlungen innerhalb des regulierten eFX-Systems verwendet werden dürfen.
Berichte von Phemex betonen, dass dies kein landesweites Verbot der Krypto-Nutzung ist.
Einzelpersonen und Unternehmen in Brasilien können weiterhin Assets wie Bitcoin und Stablecoins an Börsen oder Peer-to-Peer kaufen, verkaufen und übertragen; was sie jedoch nicht tun können, ist, diese Assets als Abwicklungsbasis für Zahlungen zu verwenden, die über beaufsichtigte eFX-Anbieter abgewickelt werden.
Das Ziel der Zentralbank ist es, wie vom lokalen Medium Coinness beschrieben, sicherzustellen, dass alle Zahlungen und Einnahmen im regulierten grenzüberschreitenden System entweder über klassische Devisengeschäfte oder über Nicht-Residenten-Real-Konten abgewickelt werden, wo die Aufsichtsbehörden volle Transparenz und etablierte Instrumente zur Bekämpfung der Geldwäsche haben.
Die Behörden argumentieren, dass die stille Abwicklung von eFX-Flüssen durch Banken in Offshore-Stablecoins oder anderen Krypto-Assets die Kontrolle über Kapitalströme untergraben und steuerpflichtige Überweisungen verschleiern könnte.
Ein Teil der Dringlichkeit ergibt sich aus dem Umfang der Stablecoin-Nutzung in Brasilien.
Die Regulierungsbehörden schätzen, dass etwa 90 % der grenzüberschreitenden Überweisungen, die mit Krypto verbunden sind, jetzt über Dollar-gebundene Token wie USDT und USDC fließen – ein Muster, das laut Zentralbank sowohl ihr AML-Regime als auch die Wirksamkeit der Devisenaufsicht untergraben könnte.
Gleichzeitig haben brasilianische und regionale Fintechs versucht, günstige, krypto-gestützte Überweisungsprodukte zu entwickeln.
Eine kürzlich veröffentlichte Analyse zeigte, wie Mercado Libre kostenlose Stablecoin-Überweisungen zwischen Brasilien, Mexiko und Chile im Hintergrund testet, während den Nutzern eine reine Fiat-Schnittstelle präsentiert wird.
Die neue Regel scheint darauf ausgelegt zu sein, eine klare Grenze zu ziehen: Wenn ein Dienst an die regulierten eFX-Schienen anknüpfen möchte, muss er in Fiat und nicht in Token abwickeln.
Krypto-native Überweisungsprodukte können weiterhin auf ihren eigenen Abwicklungsnetzwerken betrieben werden, werden aber eindeutig außerhalb der beaufsichtigten Zahlungsinfrastruktur der Zentralbank liegen.
Für globale Regulierungsbehörden ist Brasiliens Ansatz ein weiteres Beispiel für eine „Ringfencing“-Strategie: Krypto-Märkte und Stablecoins dürfen existieren, müssen aber strukturell von Kernzahlungssystemen und Devisenkanälen getrennt bleiben, die für die Geldpolitik und das Kapitalflussmanagement von entscheidender Bedeutung sind.
Für Krypto-Nutzer und -Entwickler in Brasilien besteht die Herausforderung nun darin, Produkte zu entwickeln, die auf diesen parallelen Schienen gedeihen können – oder die politischen Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass eine Form der Token-basierten Abwicklung sicher innerhalb des zunehmend streng beaufsichtigten Zahlungsstapels des Landes koexistieren kann.