
Knapp eine Woche nachdem eine prominente Solana-basierte dezentrale Börse von einem 285-Millionen-Dollar-Hack betroffen war, der nordkoreanischen Hackern zugeschrieben wird, hat die Solana Foundation Pläne zur Sicherung der größten DeFi-Protokolle des Netzwerks bekannt gegeben.
Die Solana Foundation und Asymmetric Research haben STRIDE gestartet, ein abgestuftes Sicherheitsprogramm, das eine 24/7-Bedrohungsüberwachung für DeFi-Protokolle mit einem Total Value Locked (TVL) von über 10 Millionen US-Dollar bietet. Für Protokolle mit über 100 Millionen US-Dollar TVL wird die Foundation eine „formale Verifizierung“ anbieten – in einem Beitrag beschrieben als „eine mathematische, auf Beweisen basierende Methode, die die Korrektheit von Smart Contracts durch erschöpfendes Überprüfen jedes möglichen Zustands und Ausführungspfads gewährleistet.“
STRIDE – oder Solana Trust, Resilience and Infrastructure for DeFi Enterprises – bewertet Protokolle anhand von Sicherheitsstandards, bevor es fortlaufende Schutzdienste anbietet. Die Initiative markiert eine signifikante Eskalation der Blockchain-Sicherheitsinfrastruktur, da Angreifer Solanas wachsende Milliarden an gesperrten Werten mit immer ausgefeilteren Methoden ins Visier nehmen.
Das Programm wurde zusammen mit dem Solana Incident Response Network (SIRN) gestartet, einem mitgliedschaftsbasierten Kollektiv von Sicherheitsfirmen, das sich der schnellen Ökosystemverteidigung widmet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Asymmetric Research zusammen mit OtterSec, Neodyme, Squads und ZeroShadow. Das Framework wird sich basierend auf dem Feedback aus realen Bewertungen weiterentwickeln, wobei Version 0.1 derzeit live ist.
Der Zeitpunkt unterstreicht einen dringenden Bedarf – das Drift Protocol erlitt am 1. April einen Exploit, bei dem Angreifer in weniger als 12 Minuten 285 Millionen US-Dollar entwendeten, was die Geschwindigkeit und das Ausmaß demonstriert, mit der moderne DeFi-Schwachstellen ausgenutzt werden können. Drift gab am Sonntag bekannt, dass nordkoreanische Hacker sechs Monate damit verbracht hatten, sein Team und seine Infrastruktur zu infiltrieren, bevor sie den Angriff ausführten.
Solche Vorfälle verdeutlichen, warum große Blockchain-Netzwerke eine direktere Verantwortung für die Ökosystem-weite Sicherheit übernehmen, anstatt einzelne Protokolle sich selbst verteidigen zu lassen.
Der gestufte Ansatz, basierend auf TVL-Schwellenwerten, spiegelt wider, wie Layer-1-Netzwerke die Sicherheit institutionalisieren, während dezentrale Finanzen reifen. Anstatt alle Protokolle gleich zu behandeln, weist STRIDE Ressourcen proportional zum Risiko zu – und erkennt an, dass Protokolle, die Vermögenswerte im Wert von Hunderten von Millionen Dollar verwalten, einen anderen Schutz benötigen als kleinere Experimente.
Diese Verschiebung erkennt an, dass individuelle Smart-Contract-Audits allein nicht mit dem Innovationstempo von Angreifern mithalten können, die auf die Blockchain-Infrastruktur abzielen. Schnell fortschreitende KI ist ebenfalls ein wichtiges Anliegen, da sie sowohl Angreifern als auch Entwicklern helfen kann, Schwachstellen zu finden.
Ein kommendes KI-Modell von Anthropic mit dem Codenamen Claude Mythos wird als besondere Bedrohung für die Cybersicherheit angesehen – so sehr, dass die Aktienkurse führender Cybersicherheitsunternehmen Ende letzten Monats fielen, als erste Details des Modells durchsickerten. Andererseits wurde ein kürzlich behobener Software-Exploit von Zcash mit Hilfe von KI-Tools entdeckt.