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Fast die Hälfte der neuen Streaming-Musik ist KI-generiert, sagt Deezer – aber niemand hört zu
Der französische Streaming-Dienst Deezer gibt an, dass KI-generierte Musik mittlerweile fast die Hälfte der neuen Uploads ausmacht – das tatsächliche Hörverhalten bleibt jedoch minimal.
2026-04-20 Quelle:decrypt.co

Kurz gesagt

  • KI-generierte Tracks machen laut dem Unternehmen nun 44 % aller täglich auf die Deezer-Plattform hochgeladenen neuen Musik aus.
  • Der Streamingdienst empfängt täglich fast 75.000 KI-generierte Tracks, was insgesamt über 2 Millionen pro Monat entspricht.
  • KI-Musik macht jedoch nur 1-3 % der gesamten Streams auf der Plattform aus – und ein Großteil der Streams wird aufgrund von erkanntem Betrug entmonetarisiert.

Der französische Musik-Streamingdienst Deezer gab am Montag bekannt, dass KI-generierte Tracks nun 44 % aller neuen täglichen Uploads ausmachen, wobei die Plattform täglich fast 75.000 künstliche Tracks empfängt. Es gibt jedoch nur wenige echte Hörer, da die meisten KI-Musik-Streams aufgrund offensichtlichen Betrugs entmonetarisiert werden.

Dieser Anstieg bedeutet über 2 Millionen KI-Tracks, die monatlich hochgeladen werden, und stellt die erste umfassende Datenoffenlegung eines großen Streaming-Dienstes zur Verbreitung künstlicher Inhalte dar. Doch trotz der Flut an Uploads auf der Plattform finden diese KI-generierten Tracks nur minimale Höreraufmerksamkeit – sie machen lediglich 1-3 % der gesamten Streams aus.

Die Diskrepanz zwischen Upload-Volumen und Konsum scheint mit betrügerischen Aktivitäten zusammenzuhängen. Die proprietäre Erkennungstechnologie von Deezer hat 85 % der Streams von KI-generierten Tracks als künstliche Wiedergaben identifiziert, die das Unternehmen anschließend entmonetarisiert hat.

Die Plattform hat ihr zum Patent angemeldetes KI-Musikerkennungstool im Januar 2025 eingesetzt und damit eine Genauigkeit von 99,8 % erreicht, wie das Unternehmen berichtet. Bis Juni 2025 war Deezer der erste große Streamingdienst, der KI-generierte Inhalte explizit kennzeichnete. Die Technologie hat allein im Jahr 2025 bereits über 13,4 Millionen KI-Tracks im Katalog der Plattform identifiziert.

„KI-generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr, und da die täglichen Lieferungen weiter zunehmen, hoffen wir, dass das gesamte Musik-Ökosystem uns dabei unterstützen wird, Maßnahmen zu ergreifen, um die Rechte von Künstlern zu schützen und die Transparenz für Fans zu fördern“, sagte Deezer-CEO Alexis Lanternier in einer Erklärung.

Ab Montag speichert die Plattform auch keine hochauflösenden Versionen von KI-generierten Tracks mehr, wodurch eine weitere technische Unterscheidung zwischen künstlichen und von Menschen erstellten Inhalten geschaffen wird.

Auch wenn Plattformen mit der Erkennung zu kämpfen haben, fällt es den Hörern schwer, künstliche Musik zu identifizieren. Eine von Deezer in Auftrag gegebene Blindstudie unter 9.000 Teilnehmern in acht Ländern ergab, dass 97 % nicht zwischen KI-generierten und von Menschen erstellten Tracks unterscheiden konnten.

Trotz dieser Unfähigkeit, künstliche Inhalte mit dem Ohr zu erkennen, stimmten 80 % der Befragten zu, dass vollständig KI-generierte Musik aus Gründen der Transparenz klar gekennzeichnet werden sollte.

Die Datenoffenlegung der Pariser Plattform stellt die transparenteste Darstellung der Musikindustrie dar, wie generative KI-Tools Streamingdienste infiltriert haben. Während Konkurrenten bezüglich der Upload-Volumen von KI-Inhalten weitgehend geschwiegen haben, hat sich Deezer als erster großer Dienst positioniert, der sowohl KI-Inhalte kennzeichnet als auch konkrete Metriken zum Ausmaß des Phänomens teilt.

Die Bemühungen der Plattform zur Betrugserkennung stehen im Einklang mit breiteren Branchenbedenken hinsichtlich der Manipulation von KI-generierten Inhalten. Decrypt berichtete zuvor über einen Mann, der sich im September schuldig bekannte, KI-Musik in einem Streaming-Betrugsschema im Wert von 8 Millionen Dollar eingesetzt zu haben. Bundesstaatsanwälte klagten auch einen KI-Musiker in einem separaten Betrugsfall im Wert von 10 Millionen Dollar an, der künstliche Streams von Bot-generierten Songs umfasste.