
Der republikanische Senator Thom Tillis hat seinen Widerstand gegen die Nominierung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der Federal Reserve aufgegeben, nachdem eine bundesweite Untersuchung gegen Jerome Powell abgeschlossen wurde.
Laut einer von Tillis auf X geteilten Erklärung hat das US-Justizministerium seine dreimonatige Untersuchung gegen Powell wegen der Renovierung des Hauptquartiers der Federal Reserve abgeschlossen und damit ein wesentliches Hindernis beseitigt, das Warshs Weg blockiert hatte.
„Ich habe von Anfang an klargestellt: Die strafrechtliche Untersuchung des US-Staatsanwalts gegen den Vorsitzenden Powell war eine ernste Bedrohung für die Unabhängigkeit der Fed, und sie musste beendet werden, bevor ich Kevin Warshs Bestätigung unterstützen konnte“, sagte Tillis.
„Ich begrüße die Untersuchung des Generalinspektors. Dies ist eine notwendige und angemessene Maßnahme, und ich bin zuversichtlich, dass sie gründlich und professionell durchgeführt wird.“
Als Mitglied des Senatsbankenausschusses hatte Tillis die Möglichkeit, den Prozess durch ein prozedurales Veto oder durch die Verweigerung der Unterstützung zu verzögern, was die Nominierung daran gehindert hätte, dem gesamten Senat vorgelegt zu werden.
Nachdem er nun seine Unterstützung zugesagt hat, soll der Ausschuss am 29. April abstimmen, während eine vollständige Senatsabstimmung voraussichtlich in der Woche vom 11. Mai folgen wird.
Jerome Powells derzeitige Amtszeit endet am 15. Mai. Im Falle einer Bestätigung dürfte Warsh die Rolle innerhalb weniger Tage übernehmen und damit das Steuer der US-Zentralbank in einer Zeit in die Hand nehmen, in der die Geldpolitik auf den Märkten genau beobachtet wird.
Die Aufmerksamkeit hat sich darauf gerichtet, wie Warsh die Zinspolitik steuern könnte und was das für risikoreiche Vermögenswerte, einschließlich Kryptowährungen, bedeuten könnte. Bekannt für eine vorsichtige Haltung bei aggressiven Zinssenkungen während seiner Zeit als Gouverneur der Federal Reserve, wurde Warsh oft als „hawkish“ angesehen, eine Haltung, die spekulative Märkte belasten kann.
Gleichzeitig hat politischer Druck den Erwartungen eine weitere Dimension verliehen. US-Präsident Donald Trump hat die Federal Reserve wiederholt aufgefordert, die Zinsen zu senken, was Fragen aufwirft, ob eine neue Führung in diese Richtung tendieren könnte.
Warsh hat jedoch angedeutet, dass politische Entscheidungen von externem Einfluss abgeschirmt bleiben würden, und bemerkte, dass kein solcher Druck auf ihn ausgeübt wurde.
Finanzielle Offenlegungen haben auch das Interesse des Sektors der digitalen Vermögenswerte geweckt. Warsh gab ein Engagement in mehr als 30 Krypto-bezogenen Investitionen an, darunter Bestände, die mit Solana verbunden sind, und Aktivitäten im Zusammenhang mit dezentralen Börsen wie dYdX.
Das Portfolio hat einige Marktteilnehmer dazu veranlasst, ihn als besser mit der Branche vertraut anzusehen als frühere Kandidaten, auch wenn seine politische Haltung weiterhin genauestens geprüft wird.
Da der Bestätigungsprozess voranschreitet, liegt der Fokus nun auf der Senatsabstimmung und darauf, wie schnell die Führung der Federal Reserve wechselt, sobald Powells Amtszeit endet.