
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gab bekannt, dass ein Tokenisierungs-Prototyp im Rahmen ihrer Project Agorá-Initiative die Möglichkeit eines atomaren Settlements bei grenzüberschreitenden Großhandelstransaktionen demonstriert hat.
Die BIZ und das Institute of International Finance riefen Project Agorá ins Leben, eine öffentlich-private Zusammenarbeit, die darauf abzielt, Ineffizienzen bei solchen grenzüberschreitenden Großhandelszahlungen zu beseitigen. Die Initiative konzentriert sich laut BIZ auf Abwicklungsverzögerungen, Kontrahentenrisiken und operative Reibungsverluste bei Multi-Währungs-Transaktionen.
In einem Bericht vom Mittwoch erklärte die BIZ, dass der Prototyp eine geschichtete Architektur verwendet, die es Zentralbanken ermöglicht, ihre operative Autonomie zu wahren, während sie über eine gemeinsame, interoperable Plattform interagieren. Der Bericht stellte auch fest, dass ein atomares Settlement, definiert als die „Alles-oder-Nichts“-Ausführung von Transaktionsketten, über mehrere Währungen und Jurisdiktionen hinweg erreichbar ist.
Es wurde hinzugefügt, dass eine rechtliche Analyse zu dem Schluss kam, dass die Endgültigkeit der Abwicklung in allen sieben teilnehmenden Jurisdiktionen erreicht werden kann, obwohl weitere Arbeit an der technischen, operativen und vertraglichen Gestaltung, die mit den nationalen Rechtsrahmen übereinstimmt, erforderlich ist.
Hinsichtlich des Datenschutzes erklärte die BIZ, dass dieser sowohl auf Bilanz- als auch auf Transaktionsebene durch Technologien geschützt werden kann, die sensible Daten abschirmen und gleichzeitig die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewährleisten.
"Das modulare Design kann neue Funktionen freischalten, einschließlich bedingter und stets verfügbarer Zahlungen, während es zukünftige Verbesserungen in Bereichen wie Geldwäschebekämpfung, Terrorismusfinanzierungsbekämpfung, Sanktions-Compliance und Betrugserkennung ermöglicht, während sich regulatorische Rahmenbedingungen und Datenfreigabesysteme weiterentwickeln", schrieb die BIZ in einer Erklärung.
Project Agorá umfasste ursprünglich die Federal Reserve Bank of New York, die Bank of England, die Banque de France, die Bank of Japan, die Bank of Korea, die Bank of Mexico und die Schweizerische Nationalbank sowie eine Gruppe von mehr als 40 Finanzinstituten des Privatsektors. Zukünftig wird die Bank of Canada dem Konsortium als achte Zentralbank offiziell beitreten.
Die BIZ stellte fest, dass die Projektteilnehmer als Nächstes zu Realwert-Tests mit ausgewählten Währungen übergehen werden, wobei zukünftige Arbeiten eine verstärkte Rolle für den Privatsektor und ein fortgesetztes Engagement der Zentralbanken umfassen werden.
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