
Argentinien hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Banken, Zahlungsdienstleistern und Krypto-Anbietern untersagen würde, illegale Online-Glücksspielseiten zu bedienen.
Die argentinische Regierung hat den Gesetzesentwurf zur Prävention von Glücksspiel und Regulierung von Online-Glücksspielen eingebracht. Der Vorschlag zielt darauf ab, Online-Wetten zu kontrollieren und Spielsucht zu reduzieren.
Das Gesundheitsministerium erklärte, der Gesetzentwurf ziele darauf ab, den virtuellen Wettmarkt zu organisieren. Er soll auch Kinder und Jugendliche vor Online-Glücksspielplattformen schützen.
Der Gesetzentwurf würde mehrere staatliche Stellen einbeziehen. Dazu gehören die Zentralbank, die Wertpapieraufsichtsbehörde, die Kommunikationsagentur und die Domainregistrierungsstelle.
Der Vorschlag zielt direkt auf den finanziellen Zugang für illegale Glücksspielseiten ab. Er würde Banken, Zahlungsdienstleistern und Anbietern virtueller Vermögenswerte untersagen, nicht autorisierte Betreiber zu bedienen.
Das Ministerium erklärte: „Finanzinstitute, Zahlungsdienstleister oder Anbieter virtueller Vermögenswerte sind daran gehindert, ihre Dienste nicht autorisierten Glücksspielbetreibern anzubieten.“
Diese Formulierung ordnet Krypto-Unternehmen dem Zahlungskontrollsystem zu. Börsen, Zahlungsabwickler und Fiat-On-Ramps müssen möglicherweise strengere Prüfungen durchführen, sollte der Gesetzentwurf in Kraft treten.
Der Gesetzentwurf könnte auch Offshore-Wettseiten betreffen, die Krypto-Einlagen verwenden. Diese Plattformen verlassen sich oft auf digitale Vermögenswerte, wenn lokale Zahlungskanäle blockiert sind.
Der Vorschlag kommt, nachdem Argentinien Anfang des Jahres gegen Polymarket vorgegangen ist. Ein Gericht in Buenos Aires ordnete im März eine landesweite Sperrung der Prognosemarkt-Plattform an.
Die Behörden sagten, Polymarket habe außerhalb der argentinischen Glücksspielregeln operiert. Sie äußerten auch Bedenken hinsichtlich Krypto-Zahlungen, Identitätsprüfungen und des Zugangs für Minderjährige.
Wie zuvor von crypto.news berichtet, hat Spanien kürzlich Polymarket und Kalshi wegen Bedenken hinsichtlich der Glücksspiellizenz blockiert. Indien hat Polymarket ebenfalls blockiert, nachdem es kryptobasierte Prognosemärkte als verbotenes Online-Geldspiel eingestuft hatte.
Diese Fälle zeigen eine umfassendere regulatorische Verschiebung. Regierungen behandeln ereignisbasierte Wettplattformen als Glücksspieldienste, wenn Nutzer echtes Geld auf unsichere Ergebnisse setzen.
Argentiniens Vorschlag würde auch das Strafgesetzbuch ändern. Er sieht Haftstrafen von drei bis sechs Jahren für Personen vor, die nicht autorisierte Wettsysteme betreiben oder organisieren.
Der Gesetzentwurf schlägt außerdem zwei bis vier Jahre Haft für Personen vor, die illegalen Betreibern wichtige Finanz-, Digital-, Werbe- oder Technologiedienste anbieten.
Auch die Werberegeln würden verschärft. Medienunternehmen, Influencer, Agenturen und digitale Plattformen müssten überprüfen, ob Glücksspielbetreiber eine offizielle Genehmigung haben, bevor sie diese bewerben.
Der Gesetzentwurf muss noch vom Kongress geprüft werden. Sollte er verabschiedet werden, würde er Argentinien ein stärkeres Instrument an die Hand geben, um illegale Glücksspielseiten von Zahlungs- und Krypto-Kanälen abzuschneiden.