
Nach einem stärkeren Rückgang wird Solana derzeit in einer schwachen Erholungsphase um 84-85 US-Dollar gehandelt. Der Preis steht auf längeren Zeitrahmen weiterhin unter Druck, unternimmt aber den Versuch, sich lokal zu stabilisieren. Obwohl die Struktur noch nicht bullisch ist, befindet sie sich auch nicht mehr im freien Fall, wodurch die Positionierung wichtiger wird als der Trend.
Die Schiefe des Long/Short-Verhältnisses ist derzeit am auffälligsten. Zugunsten einer bullischen Positionierung ist das Verhältnis an einigen Börsen deutlich zu Long-Positionen geneigt und übertrifft sogar 3:1. Dieses Ungleichgewicht ist aggressiv. Es zeigt, dass Händler, obwohl der Preis noch keine Umkehr bestätigt hat, überwiegend auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends wetten.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da das Long/Short-Verhältnis oft falsch interpretiert wird. Dominanz oder Kapitalstärke werden dadurch nicht gemessen. Es zeigt die Verteilung der Händler und nicht die Kapitalallokation. Da Long- und Short-Positionen an Derivatemärkten strukturell immer eins zu eins übereinstimmen, weist das Verhältnis auf eine Tendenz und nicht auf die Größe hin.
Man muss das Open Interest heranziehen, um die Bedeutung dieser bullischen Tendenz zu bestimmen. Solanas Open Interest liegt derzeit bei rund 5,1 Milliarden US-Dollar, wächst nicht schnell und geht in bestimmten Situationen sogar leicht zurück. Daraus lässt sich Wichtiges ableiten.
Obwohl der Markt bullisch tendiert, wird nicht viel mehr Geld für diese Ansicht bereitgestellt. Dies macht das Setup instabil. Eine starke Überzeugung und frisches Geld, das in den Markt fließt, wäre angezeigt, wenn das Open Interest im Einklang mit der Long-Tendenz steigen würde. Stattdessen ist eine Positionierung ohne Expansion zu beobachten, was die Wahrscheinlichkeit von Instabilität erhöht.
Ein Long Squeeze könnte die Folge sein, wenn diese Long-Positionen anfällig werden und sich schnell auflösen, falls der Preis den Widerstand nicht durchbrechen kann. Solana hat gleichzeitig weiterhin ein High-Beta-Asset-Profil. Liquiditätskonzentration und Händlerreflexivität führen dazu, dass sich der Kurs aggressiv bewegt, sobald sich das Momentum umkehrt und echte Nachfrage einsetzt.
Dies impliziert, dass das jetzt bestehende Ungleichgewicht in beide Richtungen gehen kann. Wenn der Preis beginnt, aufwärts zu tendieren, könnte dies einen Ausbruch beschleunigen; wenn der Markt bullische Erwartungen widerlegt, könnte dies einen Rückgang beschleunigen. Das Long/Short-Verhältnis sollte von Anlegern nicht als Beweis für Bullenstärke interpretiert werden. Es fungiert als Druckmesser.
Dieser Druck nimmt derzeit zu, aber es ist ebenso wahrscheinlich, dass er durch Liquidation gelöst wird wie durch eine Fortsetzung, wenn kein erhöhtes Open Interest und keine strukturelle Preisbestätigung vorliegen.