
Google bereitet sich darauf vor, ein großes Rechenzentrumsprojekt in Texas zu unterstützen, das Anthropic gemietet hat, während große KI-Unternehmen in den Vereinigten Staaten darum wetteifern, mehr Rechenleistung zu sichern.
Das Projekt verbindet einen schnell wachsenden KI-Entwickler mit einem seiner größten Cloud-Partner, während Anthropic gleichzeitig einen Rechtsstreit mit dem Pentagon führt.
Das Texas-Projekt wird von Nexus Data Centers betrieben und könnte in seiner ersten Phase laut Financial Times mehr als 5 Milliarden US-Dollar kosten. Der Bericht besagt, dass Google voraussichtlich Baudarlehen bereitstellen wird, während eine Gruppe von Banken darum wetteifert, bis Mitte des Jahres weitere Finanzierungen zu arrangieren.
Anthropic hat kürzlich einen Mietvertrag für den 2.800 Hektar großen Campus unterzeichnet, und der Bau ist bereits im Gange. Die Frühphasen-Fremdfinanzierung kam von Eagle Point, während der Standort bis Ende 2026 voraussichtlich etwa 500 Megawatt Kapazität liefern wird, mit der Möglichkeit, später auf 7,7 Gigawatt zu erweitern.
Das Projekt ergänzt eine umfassendere Partnerschaft zwischen Google und Anthropic. Anthropic gab im Oktober 2025 bekannt, dass es die Nutzung von Google Cloud TPUs und Diensten erweitern würde, mit Plänen, auf bis zu 1 Million TPUs für das Training und die Bereitstellung von Claude-Modellen zuzugreifen.
Googles Unterstützung für den Ausbau in Texas zeigt, wie der Wettbewerb um KI-Infrastruktur mittlerweile über Chips und Cloud-Verträge hinausgeht. Der geplante Campus liegt auch in der Nähe wichtiger Gaspipelines, was es dem Betreiber ermöglichen könnte, Gas-Turbinen vor Ort zu nutzen, anstatt sich nur auf das öffentliche Stromnetz zu verlassen.
Gleichzeitig erhielt Anthropic vor Gericht eine vorübergehende Entlastung. Ein Bundesrichter in San Francisco untersagte es dem Pentagon, das Unternehmen als „Lieferkettenrisiko“ einzustufen, während der Fall voranschreitet, und stellte fest, dass die Maßnahme der Regierung eher strafend als sicherheitsrelevant erschien.
Richterin Rita Lin sagte auch, die Regierung habe „willkürlich“ gehandelt, wie Berichte von Associated Press und anderen Medien besagen. Die Entscheidung zwingt das Pentagon nicht dazu, die Tools von Anthropic weiterhin zu nutzen, stoppt aber vorerst weitere strafende Maßnahmen.
Der Rechtsstreit folgte einem Disput über die militärische Nutzung von Anthropics KI. Der Konflikt mit dem Pentagon begann, nachdem Anthropic sich geweigert hatte, Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf Überwachung und autonome Waffen zu lockern.
US-Militäreinheiten setzten Anthropics Claude KI während der Angriffe auf den Iran ein. Das brachte Anthropic in den Mittelpunkt zweier sich schnell entwickelnder Geschichten gleichzeitig: den Wettlauf um den Aufbau weiterer KI-Infrastruktur und die Debatte darüber, wie Regierungen fortschrittliche KI-Tools einsetzen sollten.