
Bitcoins Vorstoß in Richtung 73.000 US-Dollar hat an Schwung verloren, was den Markt angesichts der wiederkehrenden makroökonomischen Unsicherheit neuen Abwärtsrisiken aussetzt.
Die führende Kryptowährung kletterte am Dienstag auf ein Wochenhoch von 72.698 US-Dollar und legte in weniger als vier Stunden um fast 6 % zu, da die globalen Märkte auf die Nachricht eines zweiwöchigen Waffenstillstandsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Iran reagierten.
Bitcoin stieg, da sich die Risikobereitschaft verbesserte, und die Erwartung, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet werden könnte, trug dazu bei, die Versorgungsengpässe zu mildern.
Die kurze Phase der Euphorie verflog jedoch schnell nahe der 72.000-Dollar-Marke. Eine Welle von Liquidationen traf die Derivatemärkte zu diesem Zeitpunkt. Über 150 Millionen US-Dollar an Long-Positionen wurden ausgelöscht, was bestätigt, dass die bullische Überzeugung auf höheren Niveaus schwach bleibt.
Die Kursentwicklung verfolgte auch weiterhin die Bewegungen an den traditionellen Märkten, wobei Bitcoin während der Rallye eine enge Korrelation zu den S&P 500 Futures zeigte. Diese Verbindung deutet darauf hin, dass der Markt immer noch stark von makroökonomischen Schlagzeilen und nicht von internen krypto-spezifischen Treibern beeinflusst wird.
Nun haben die Spannungen rund um den Waffenstillstand neue Bedenken aufkommen lassen. US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete das Abkommen als „fragilen Waffenstillstand“, während die Entwicklungen vor Ort ein weniger stabiles Bild zeichneten.
Berichte aus der Levante deuteten auf wiederholte Verstöße hin, wobei Israel „Operation Ewige Dunkelheit“ startete, die auf die unterirdische Infrastruktur der Hisbollah im Libanon abzielte.
Israelische Beamte betonten, dass ihre Operationen außerhalb des Geltungsbereichs des Waffenstillstands mit Iran liegen und beriefen sich dabei auf strategische Unabhängigkeit.
Weitere Belastungen entstanden, nachdem der iranische Parlamentssprecher Washington beschuldigte, „den Geist der Roadmap“ verletzt zu haben, und warnte, dass Teheran seine Angriffe wieder aufnehmen könnte, wenn die Angriffe auf seine Verbündeten andauern.
Jeder Bruch des Abkommens birgt das Risiko einer erneuten Entfachung des Konflikts, ein Szenario, das risikoreiche Vermögenswerte, einschließlich Kryptowährungen, stark belasten könnte.
Die Marktpositionierung bleibt sensibel gegenüber diesen Entwicklungen. Bitcoin hat in der vergangenen Woche Mühe gehabt, sich über 70.000 US-Dollar zu etablieren, und ein anhaltender Rückgang unter dieses Niveau könnte die Tür für einen erneuten Test der Unterstützungszone bei 64.000 US-Dollar öffnen.
Zuletzt wurde Bitcoin knapp über 71.000 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von weniger als 1 % in den letzten 24 Stunden entspricht, da die Händler die kombinierten Auswirkungen von geopolitischer Instabilität und sich ändernden politischen Erwartungen abwogen.
Die Aufmerksamkeit hat sich auch auf geldpolitische Signale gerichtet. Das Protokoll der Sitzung der Federal Reserve vom 17. bis 18. März zeigte, dass die Beamten mit 11 zu 1 Stimmen entschieden, die Zinsen bei 3,5 % bis 3,75 % unverändert zu lassen, während die Tür für mögliche Zinssenkungen im Laufe dieses Jahres offen blieb.
Die Details der Diskussion deuteten jedoch auf Vorsicht hin. Die Entscheidungsträger signalisierten, dass jeder Schritt in Richtung Lockerung davon abhängen würde, dass die Inflation eingedämmt bleibt, insbesondere da die Energiepreise weiterhin Anlass zur Sorge geben. Einige Mitglieder deuteten an, dass eine straffere Politik immer noch erforderlich sein könnte, wenn der Preisdruck anhält.
Zinserwartungen spielen weiterhin eine Schlüsselrolle für die Stimmung auf dem Kryptomarkt. Während niedrigere Zinsen tendenziell Risikoanlagen unterstützen, kann die Unsicherheit über den Zeitpunkt von Zinssenkungen die Nachfrage dämpfen und die Volatilität erhöhen.
Trotz all der negativen geopolitischen Gegenwinde könnte der Bitcoin-Preis Unterstützung finden und sich möglicherweise vom traditionellen „Risk-Off“-Sentiment abkoppeln, falls sich Berichte bestätigen, dass Iran traditionelle Finanzsanktionen umgeht, indem es Bitcoin zur Erleichterung des Handels in der Straße von Hormus einsetzt.
Am 8. April berichteten mehrere regionale maritime Geheimdienstquellen, dass die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) Transitgebühren für Handelsschiffe erhoben, mit der Option zur direkten Zahlung in Bitcoin. Sollte sich dies bestätigen, könnte es dazu beitragen, den Schwung aufrechtzuerhalten, indem es kurzfristig eine fundamentale Nachfragebasis schafft.